Die Frage nach Werten ist immer auch die Frage nach gelebten Werten: in Staaten und Gesellschaften, in Institutionen und Religionen, in Politik und Wirtschaft, in Kunst und Kultur. Unüberschaubarkeit und zunehmende Kommerzialisierung prägen unsere Kultur und verändern auch den Kunstmarkt.
Einst wurde er als Spinner bezeichnet. Heute ist er einer der renommiertesten Galeristen in Deutschland. Harry Lybke, geboren 1961 in Leipzig-Meusdor, wollte Kosmonaut werden. Die anvisierte Karriere als Schauspieler verlief nicht erfolgreich, und so ernannte er sich selbst 1983 zum Galeristen in seiner Hinterhofwohnung. Der ästhetische Widerstand wurde als »Neue Unkonkrete« kreiert gegen das Kunstdogma »Sozialistischer Realismus«. Verbotene Kunst, schräge Kunst und Zweifelhaftes zeigten die Studenten der Leipziger Hochschule. Zeitweise drohte dem begnadeten Galeristen der Galerie Eigen+Art der Stasi-Knast.
Der Galerist mit dem sicheren Kunstgeschmack, auch »das Trüffelschwein« genannt, der Networker, der Mann mit gesundem Geschäftssinn hat David Schnell, Martin Eder und Neo Rauch in seinem Programm, um nur einige der Künstler der internationalen Kunstszene zu nennen.
Im Anschluss an die ART Basel 2013 wird Gerd Harry Lybke in unserer Reihe Menschen und Werte im Gespräch mit Prof. Dr. Stephan Berg, ehemals Leiter des Kunstvereins Freiburg, jetzt Intendant des Kunstmuseums Bonn, über das Thema Werte und gelebte Werte ins Gespräch kommen.
Gerd Harry Lybke (Galerie EIGEN+ART, Leipzig/Berlin)
im Gespräch mit
Prof. Dr. Stephan Berg (Kunstmuseum, Bonn)
Veranstaltung Nr. 103



