Friedrich Lobe war gegen den Willen seiner jüdisch-orthodoxen Eltern Schauspieler geworden. Er floh 1933 auf dem Höhepunkt seiner Theaterkarriere vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Palästina. Dort lernte er u. a. seine Frau kennen, die Kinderbuchautorin Mira Lobe. Als Regisseur in Tel Aviv setzte sich Friedrich Lobe dafür ein, das noch junge hebräische Theater mit ‚seiner‘ deutschen Theaterkultur und -tradition auf produktive Weise zu verbinden. Er schrieb Zeitungsartikel und dramatische Texte, die zum Teil in hebräischer Übersetzung aufgeführt wurden. Wirtschaftliche Unsicherheit und bleibende Vorbehalte gegenüber seiner Arbeitsweise veranlassten ihn, 1950 mit seiner Familie nach Europa zurückzukehren.
Sie sind eingeladen, eine hoch geschätzte Künstlerpersönlichkeit, ihre Lebens- und Wirkungsgeschichte kennenzulernen. Diese verrät viel über die Begrenztheiten von Ideologien und national verstandenen Kulturen – obwohl Friedrich Lobe selbst nie etwas Anderes wollte, als gutes Theater machen.
vorgestellt von Sebastian Schirrmeister M. A. (Hamburg)
Das detaillierte Tagungsprogramm sowie Informationen zu den Kosten entnehmen Sie bitte dem PDF.



