Jesu Passion, von J. S. Bach als dramatische Musik von Leid und Leidenschaft komponiert, wird im Neuen Testament als ein sich zuspitzender Konflikt geschildert, der in einen Prozess mündet. Dass damals ein Unschuldiger zum Tod verurteilt und hingerichtet wurde, hat Parallelen in Prozessen um die »ökumenischen Märtyrer des Widerstandes« (Klaus Mertes) vor dem Volksgerichtshof 1945, nämlich P. Alfred Delp SJ (katholisch) und Helmuth James von Moltke (evangelisch).
Aufführungen der Bachschen Johannespassion im März 2018 werden diesen Zusammenhang über die Zeiten hinweg erlebbar machen, wenn Texte und Szenen aus dem Prozess von 1945 gegen die beiden Glaubenszeugen als »Kontrapunkt« zur Passionsmusik Bachs zu hören und zu sehen sein werden (Regie: Till Krabbe).
Themen der Tagung in der Reihe »Zeit für Musik« sind die musikalisch-theologische Einführung in Bachs Johannespassion sowie ein Werkstatt-Einblick in Konzeption und Einstudierung dieser besonderen Aufführung unter dem Leitwort »Die Freiheit, die Fesseln trägt«. Historische und theologische Aspekte des Verstehens, Fragen musikalischer Aufführungspraxis und nicht zuletzt die Chancen heutiger persönlicher Aneignung bilden dabei eine Einheit.
Karin Karle (Bezirkskantorin und Dirigentin der Aufführung, Münstertal)Prof. Till Krabbe (Regisseur und Darsteller der Aufführung, Freiburg)
P. Klaus Mertes SJ (Kollegsdirektor, St. Blasien)
Prof. Berthold Possemeyer (Sänger, Freiburg)
Prof. Dr. Meinrad Walter (Theologie/Kirchenmusik, Freiburg)
Das detaillierte Tagungsprogramm sowie Informationen zu den Kosten entnehmen Sie bitte dem PDF.
Aufführungen von Bachs Johannespassion mit Zeugnissen aus dem Widerstand
(Eintrittskarten hierzu nicht über die Katholische Akademie, sondern im üblichen Vorverkauf):
9. März 2018 im Dom zu St. Blasien
10. März 2018 in der Freiburger Christuskirche
11. März 2018 in St. Trudpert/Münstertal



