»Da schnurren Menschen zu großen Charakteren zusammen und wären morgen schon weg, entsorgt, wäre da nicht einer, der sie zu ihren stillstehenden, unendlich aufhebenswerten Lebzeiten auf Papier festhielte, in lebendiger Schrift. Man vergisst sie nicht, die Schauspielerin, die Wirtin, den bösen Mann - diese Masken bleiben, denn sie sind auf unerhörte Weise wahr, wahrer, als ihre Träger ›im Leben‹ sein durften. Ein hoch professionelles und zugleich tief bewegendes Geschenk. Das ist ganz groß.«
Adolf Muschg über Christoph Helds Erzählband »Bewohner«
Demenzen gehen nicht nur mit Beeinträchtigungen der geistigen Fähigkeiten einher. Nicht selten kommt es bereits vor einem Nachlassen des Gedächtnisses zu Veränderungen des Gefühlslebens. Die Betroffenen sind bisweilen ängstlich, depressiv und verkennen Situationen und Personen. Sie wirken verändert. Dies ist nicht nur eine große Belastung für Menschen mit Demenz, sondern auch für ihre Umgebung. Die Folgen sind häufig Spannungen, Missverständnisse, Konflikte und Unverständnis, was nicht selten von allen Beteiligten als bedrohlich erlebt wird.
Christoph Held hat über viele Jahre in Alten- und Pflegeheimen solche Veränderungen beobachtet. Er berichtet an diesem Akademieabend in einem Vortrag von seinen Erfahrungen und Erkenntnissen und wird in einer Lesung aus seinem 2017 erschienenen Band »Bewohner« erzählen einfühlsam von Bewohnerinnen und Bewohnern, die es so nicht gegeben hat, deren Geschichten aber alles andere als erfunden sind.
Dr. Christoph Held (Heimarzt und Gerontopsychiater, Zürich)

Das detaillierte Veranstaltungsprogramm sowie Informationen zu den Kosten entnehmen Sie bitte dem PDF.



