Moderne Gesellschaften sind dadurch gekennzeichnet, dass sie sich nur dynamisch zu reproduzieren und zu stabilisieren vermögen: Wachstum und Beschleunigung dienen daher inzwischen weit eher dem Erhalt des Status Quo als dessen Verbesserung. Die mit ihnen verknüpften Fortschrittshoffnungen verblassen und die Schattenseiten immer weiterer Dynamisierung treten deutlicher zutage. Das Tempo der Spätmoderne überfordert die Ökosysteme in der Reproduktion von Roh- und im Abbau von Schadstoffen, erschöpft die psychischen Ressourcen der Subjekte, die sich von Burnout bedroht fühlen, und höhlt die politische Selbststeuerung der Gesellschaft aus, weil Demokratie eine zeitintensive Form der Politik ist. Individuell wie kollektiv erscheint den handelnden Subjekten die Welt in dieser Situation geradezu als Feind, dem sie im Modus der Aggression gegenüberstehen: Sie müssen immer schneller laufen und härter kämpfen, um ihre Position zu erhalten. Der Vortrag versucht über diese Diagnose hinaus eine andere Form des individuellen und gemeinschaftlichen In-der-Welt-Seins zu entwerfen, dessen Umrisse mit Hilfe des Resonanzkonzeptes skizziert werden können.
Eintritt 6,00 € / erm. 3,00 €
Programm zur Tagung »Macht!? Was sie ist und wie sie gut gebraucht wird«:




