Die Inhaftierung eines Menschen bedeutet einen tiefen Einschnitt in sein Leben. Die Folgen betreffen nicht nur die inhaftierte Person selbst. Auch die Angehörigen leiden unter den Auswirkungen, insbesondere der oder die Partner*in, Kinder, Eltern und weitere Familienmitglieder. Ohne eigenes Zutun geraten sie in eine für sie oft überraschende Situation, die sie unvorbereitet vor eine Reihe von Herausforderungen stellt: Möglicherweise fällt ein wichtiges Einkommen zum Haushalt weg. Die Wohnsituation ändert sich. Die Angehörigen sind daher durch viele Unsicherheiten emotional belastet. Hinzu kommen häufig Stigmatisierung und soziale Ausgrenzung durch Personen im näheren Umfeld. Ein hohes Maß an Verletzlichkeit und Bedürftigkeit trifft auf Rückzug und verschlossene Türen, gegebenenfalls auch auf aggressives Verhalten. Die Betroffenen fühlen sich als Mitgefangene und Mitbestrafte.
Wie kann dieser Situation begegnet werden – im Einzelfall, aber auch in gesellschaftlicher Perspektive? Der Film „Mitgefangen“ macht die Situation von Angehörigen sichtbar. Im anschließenden Gespräch widmet sich die Veranstaltung diesen Fragen.
Film: "Mitgefangen" von Anna Furrer (Schweiz 2023)
Teilnehmende am Podiumsgespräch:
Monika Fröwis (SKM – Katholischer Verein für soziale Dienste in der Stadt Freiburg e. V., Freiburg)
Sven Vasquez Ramirez (Person mit Hafterfahrung)
Martin Vrana (Gefängnisseelsorger, Freiburg)
Moderation:
Alexandra Weingart
(Katholische Arbeitsgemeinschaft Straffälligenhilfe/Deutscher Caritasverband, Freiburg)