Die Katholische Akademie trauert um ihren ehemaligen Direktor Thomas Herkert

Das Requiem fand am 14. Mai 2025 im Freiburger Münster statt.

Wir trauern um unseren ehemaligen Direktor Thomas Herkert, der die Akademie von 2002 bis 2017 mit großer Leidenschaft geleitet hat.

Als Katholische Akademie verlieren wir mit ihm einen Ideen- und Ratgeber, einen Visionär, einen Anwalt für die Akademiearbeit und für die Menschen, denen unsere Arbeit gilt. Vor allem aber verlieren wir einen Freund.
 
„Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände.“ Diese Worte des Zweiten Vatikanischen Konzils verstand Thomas Herkert stets für sich persönlich als Verpflichtung und Ansporn, und in diesem Sinne prägte er auch die Akademiearbeit. Dabei riskierte er auch mancherlei Konflikte innerhalb und außerhalb der Kirche. 
 
Sein Denken und seine Haltung spiegeln sich im Leitwort der Katholischen Akademie „Entschieden im Dialog“, das er wesentlich mit entwickelt und geprägt hat. In seiner Abschiedsrede als Akademiedirektor im Jahr 2017 hat er dieses der Akademie mit geradezu prophetischen Worten ins Stammbuch geschrieben: „Die Katholische Akademie ist kein Selbstzweck. Sie hat einen Auftrag […]: Ein Ort des offenen Dialoges zu sein und zu bleiben zwischen Kirche und Theologie, Wissenschaften, Gesellschaft und Politik. Und wir alle ahnen nicht erst seit der Bundestagswahl, welchen Stellenwert dieser Dialog auch in Zukunft haben muss angesichts populistischer und menschenverachtender Propaganda von Parteien, die mit dumpfer Angst der Menschen kalkulieren und diese Angst politisch instrumentalisieren.“ Aktueller könnten seine Worte nicht sein.
 
Es entsprach seiner festen theologischen Überzeugung: „Der Dialog mit allen gesellschaftlichen Kräften ist die geschichtlich wie aktuell angemessene Kommunikationsform von Kirche. Die Botschaft Jesu – und um die geht es ja vor allem – kann nur dort gehört, aufgenommen und verstanden werden, wo sie den Lebensfragen der Menschen begegnet, sie ernst nimmt, sich diesen Fragen aussetzt, sie zu ihren eigenen macht, sich von ihnen beeindrucken und verändern lässt. Dazu gehört auch das Eingeständnis, dass die zu einfachen Antworten oft falsch sind und Christsein alles andere ist als anspruchslos einfach“ (aus seiner Rede zum Abschied 2017).
 
Thomas Herkert ließ sich auch durch Rückschläge nie entmutigen, sondern hat vielen Menschen inner- und außerhalb der Kirche Mut gemacht, zu bleiben und auf Veränderung hin zu wirken. So behalten wir ihn in Erinnerung und werden uns bemühen, auch weiterhin in diesem Geist zu wirken.
Wir bitten um Ihr Gedenken und um Ihr Gebet für den Verstorbenen und für alle, die ihn besonders schmerzlich vermissen. Möge er in Gott seine Vollendung finden und nun in ihm leben.
 
Die Eucharistie für Thomas Herkert feiern wir am Mittwoch, 14. Mai 2025, um 14 Uhr im Freiburger Münster mit Erzbischof Stephan Burger. Die Beisetzung wird auf dem Bergäcker Friedhof in Littenweiler im engsten Familien- und Freundeskreis erfolgen.