Foto-Ausstellung „GUT.KATHOLISCH.QUEER.“ in Freiburg

Die Schau im Karl Rahner Haus zeigt einfühlsame, ernste Porträts von queeren Katholikinnen und Katholiken. Der Fotograf Martin Niekämper hat sie in Kirchenräumen in Szene gesetzt. Mit Licht und Schatten.

Freiburg (KNA) Bei der Aktion „Out in Church“ engagieren sich homosexuelle, queere und nicht-binäre Menschen für eine geschlechtergerechte, tolerante und offene katholische Kirche. Der Kölner Fotograf Martin Niekämper hat 14 von ihnen porträtiert. Im Freiburger Karl Rahner Haus ist die Fotoserie „GUT.KATHOLISCH.QUEER.“ nun bis 24. Oktober zu sehen.
 
Mutig zeigen die Protagonistinnen und Protagonisten ihr Gesicht. Dieses erzählt von oft jahrzehntelanger Ausgrenzung und Verleugnung. Niekämper inszeniert aufwendig, arbeitet mit Schatten und Spiegelungen. Er zeigt die Seelsorgerinnen und Seelsorger in den Kirchen, in denen sie selbst arbeiten - jeweils in vier verschiedenen Szenen. Oft scheinen die Menschen in den Kirchenräumen zu verschwinden, wirken winzig neben gewaltig-großen Kreuzen, Altären und Beichtstühlen.
 
Zwei Frauen küssen sich auf einer Kirchenbank, hinter ihnen der Schatten einer Marienskulptur. „Es gehört viel Mut dazu, sich für diese Serie fotografieren zu lassen. Und Martin Niekämper nähert sich den Menschen mit großem Respekt, gewährt ihnen Schutzräume und tritt jeder Form von Voyeurismus entgegen“, beschreibt Kuratorin Mareike Hartmann von der Katholischen Akademie Freiburg die Fotoserie.
 
Einige Porträtierte betrachten sich selbst im Spiegel – und damit nur indirekt den Ausstellungsbesucher. Andere verbergen einen Teil ihres Gesichts hinter einer roten Glasscheibe. Ein schwuler Priester steht vor einer Inschrift mit der schlichten Botschaft: „Ich will, dass Du bist!“
 
Mit dem englischen Wort queer bezeichnen sich Menschen, die nicht heterosexuell sind oder deren geschlechtliche Identität nicht mit gesellschaftlichen Rollenbildern übereinstimmt. Unter ihnen sind Personen mit gleichgeschlechtlicher Orientierung die wohl größte Gruppe.
 
Volker Hasenauer, KNA
 
  
 
Martin Niekämper über seine Arbeit und die Ausstellung: Link zum Kurzvideo