Die Katholische Akademie trauert um ihren ehemaligen Direktor Prof. Dr. Ludwig Wenzler
Wir trauern um unseren ehemaligen Direktor Prof. Dr. Ludwig Wenzler, der die Katholische Akademie von 1990 bis 2002 geleitet hat.
Am Morgen des 26. Januar 2026 verstarb in Freiburg im Alter von 87 Jahren Akademiedirektor i. R. Prof. Dr. Ludwig Wenzler. Als Nachfolger von Dr. Dietmar Bader übernahm Ludwig Wenzler das Amt des Akademiedirektors im Jahr 1990. Die Einführung ins Amt durch den damaligen Erzbischof Dr. Oskar Saier stand unter der programmatischen Überschrift „Das Akademiegespräch als Chance für die Kirche“. Die Feier am 12. Januar 1990 fand „im Kongreßsaal der Stadt Freiburg statt, da die Aula der Akademie zu klein gewesen wäre“.[1]
Die Amtszeit Ludwig Wenzlers war geprägt von einer erneuten Öffnung der Akademiearbeit über das katholische Milieu hinaus. Die bewährte Vielfalt der Themen wurde erweitert und mehr und mehr mit neuen Formaten der Dialogarbeit verbunden. Zugleich sollten die Themen der Veranstaltungen auch das eigene Handeln der Akademie prägen. So erfolgte die Sanierung des Tagungshauses konsequent und zukunftsweisend nach hohen ökologischen Maßstäben, lange bevor dies auch bei anderen kirchlichen Immobilien selbstverständlich wurde. Die Wiedereröffnung des Hauses der Katholischen Akademie fand im Jahr 2000 statt. In dieser Zeit wurde auch die Kapelle der Akademie grundlegend erneuert und so gestaltet, dass in ihr die Begegnung von Heiligem und Profanem zum Ausdruck kommt. So ermöglicht sie den Gästen der Akademie vom Geist des Dialogs geprägte gottesdienstliche Feiern.
Die Forschungsschwerpunkte des habilitierten Theologen spiegelten sich – neben seinen Lehrveranstaltungen zunächst als Privatdozent und später als außerplanmäßiger Professor – auch in seinen Akademieveranstaltungen wider: die Philosophie Bernhard Weltes, die russische Religionsphilosophie, das Denken von Emmanuel Levinas, die Phänomenologie des Heiligen und anthropologische Zugänge zum Glauben.
Nach Eintritt in den Ruhestand blieb er der Akademie und ihrer Belegschaft eng verbunden. Regelmäßig nahm er an Veranstaltungen der Akademie aktiv teil und war gerne Gast bei unseren betrieblichen Feiern. Auch als Nachbar wird er uns fehlen – noch bis vor wenigen Monaten sahen wir ihn fast täglich mit dem Fahrrad an der Akademie vorbeifahren.
In seinem Schlusswort zum Festakt der Amtseinführung im Jahr 1990 formulierte Ludwig Wenzler: „Ein Gespräch ist unmöglich, wenn es nicht Hörende gibt. Allerdings verstehe ich nicht nur Ihre Rolle als die Rolle der Hörenden, sondern ich sehe auch meine Mitarbeiter und mich selbst in dieser Rolle der Hörenden; denn was ein Gespräch unterscheidet vom bloßen Gerede oder auch vom Bekehrungsversuch, der den anderen vereinnahmen will, das ist dies, daß ein Gespräch geschieht unter dem Anspruch der Wahrheit. Auf diese Wahrheit haben wir alle zu hören. Und es ist die Eigenart von Wahrheit, daß sie viele Stimmen braucht, die sie zur Sprache zu bringen suchen. Wahrheit geschieht nur symphonisch im Zusammenklingen – auch im spannungsvollen und streitenden Zusammenklingen – vieler Stimmen.“
Wir sind dankbar, Ludwig Wenzlers Stimme in den vielfältigen Akademiegesprächen und -begegnungen gehört zu haben und dass wir gemeinsam mit ihm auch Hörende sein durften.
Wir bitten um Ihr Gedenken und um Ihr Gebet für den Verstorbenen und für alle, die um ihn trauern. Möge er in Gott seine Vollendung finden und nun in ihm leben.
Abschied und Auferstehung feiern wir in der Kirche Hl. Dreifaltigkeit, Hansjakobstraße 88, 79117 Freiburg, am Montag, 23. Februar um 15 Uhr. Danach sind alle Teilnehmenden zur Begegnung im Gemeindesaal eingeladen.
Eine Auferstehungsfeier mit Urnenbeisetzung findet statt am Freitag, 27. Februar um 13.30 Uhr in der Friedhofskirche, Marbacher Straße 12, 78048 Villingen.
Traueradresse: W. Wenzler, Rohrhardsbergweg 6, 78050 Villingen-Schwenningen
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Predigt von Barbara Remmlinger bei der Auferstehungsfeier am 23.02.2026 in Hl. Dreifaltigkeit, Freiburg-Waldsee




