Am 4. Februar fand im stimmungsvollen Treppenhaus des Archäologischen Museums Colombischlössle in Freiburg eine Podiumsdiskussion statt. Im Kontext der aktuellen Ausstellung „Urformen. Eiszeitkunst Europas“ widmete sich die Veranstaltung einer grundlegenden Frage: Seit wann und vor allem warum gibt es Kunst – und können die frühesten menschlichen Artefakte bereits als solche bezeichnet werden?
Die (Er-)Findung der Kunst?
Menschliche Ausdrucksformen damals und heute
Aus unterschiedlichen Perspektiven diskutierten der Künstler Tobias Eder (Freiburg), Marion Mangelsdorf (Zentrum für Anthropologie und Gender Studies, Freiburg) und Sibylle Wolf (Ältere Urgeschichte und Quartärökologie, Tübingen), was Menschen vor rund 40.000 Jahren dazu bewegte, Objekte zu schaffen, die wir heute als Kunst betrachten. Dabei wurde deutlich, dass diese frühen Ausdrucksformen weit mehr sind als bloße Wiedergabe des Sichtbaren und Erlebten – sie geben Einblick in das Denken, Fühlen und die kulturellen Praktiken unserer Vorfahren. Stefan Orth (Chefredakteur der Herder Korrespondenz Freiburg) moderierte das Gespräch.
Dr. Sibylle Wolf von der Universität Tübingen erläuterte aus ur- und frühgeschichtlicher Perspektive, unter welchen Bedingungen und aus welcher Motivation heraus Menschen vermutlich begannen, symbolische und künstlerische Ausdrucksformen zu entwickeln. Die Diskussion schlug dabei eine Brücke von der Eiszeit bis in die Gegenwart und regte dazu an, unser heutiges Verständnis von Kunst neu zu hinterfragen.




