Ewig jung? Die Abschaffung des Alterns
Video-Dokumentation
Der Traum von ewiger Jugend ist so alt wie die Menschheit. Milliarden von Forschungsgeldern fließen in lebensverlängernde Maßnahmen. Der Tod ist für die Forschenden auf dem Gebiet der Langlebigkeit ein zu überwindendes Hindernis. Doch wie lange wollen wir eigentlich leben und zu welchen Kosten? Was bedeutet Altern überhaupt? Wie können wir heute schon zufriedener älter werden?
Über diese Fragen diskutierten am 28. Mai 2025 Dr. Ina Huppertz (Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, Köln), Prof. Ines Himmelsbach (Soziale Gerontologie, Katholische Hochschule Freiburg) und Prof. Klaus Baumann (Theologie, Universität Freiburg) an der Katholischen Akademie Freiburg. Zunächst beleuchtete Ina Huppertz kurz die biologischen Aspekte des Alterns. In ihrer Forschung in Köln konzentriert sie sich dabei auf Stammzellen, die im Laufe des Lebens zunehmend ihre Fähigkeit verlieren, neue Zellen zu generieren. Ines Himmelsbach berichtete vom Wohlbefindensparadox, demzufolge ältere Menschen bis ein bis zwei Jahre vor ihrem Tod deutlich zufriedener sind als junge Menschen. Sie resümierte: „Es macht gar keinen Sinn, jung zu sein.” Klaus Baumann brachte die theologische Sichtweise in die Diskussion ein: Für ihn ist der Wunsch nach einem guten und langen Leben ein eindeutiges „Ja zum Leben”, welches positiv zu deuten ist. Eine Gefahr bestehe jedoch in Übertreibungen in Bezug auf Langlebigkeit, da dieser Wunsch dann zum alleinigen Lebenssinn werden könne.
Kritisch wurde die Gerechtigkeitsfrage diskutiert. So korreliert der Wohlstand von Menschen bereits heute mit ihrer Lebensdauer. Laut Ina Huppertz ist „Altern ein wahnsinnig ungerechter Prozess”. Klaus Baumann ging auf die Rolle der Babyboomer ein, die einerseits „eine Herausforderung für die Gesellschaft” darstellen, andererseits aber auch ein großes Potenzial bergen. Ines Himmelsbach wies darauf hin, dass es noch nie eine Gesellschaft gab, die von so vielen älteren Menschen geprägt war. Dies gebe uns die Chance, Rollen im Alter zu definieren.
Der Abend machte deutlich, dass „Altern nicht nur ein biologisches, sondern auch ein soziales Phänomen ist“ (Klaus Baumann). Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Rebecca Albert, Studienleiterin an der Katholischen Akademie Freiburg.
Die Podiumsdiskussion ist hier veröffentlicht:




