Der Papst und die KI – Zur ersten Enzyklika von Papst Leo XIV.
Video-Dokumentation
Die Vorstellung der Enzyklika „Magnifica humanitas“ rief weltweit ein enormes Medienecho hervor. Um die Inhalte und deren mögliche Wirkung zu diskutieren, fand am 22. Juni 2026 eine Online-Veranstaltung unter Mitwirkung von Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer (Christliche Gesellschaftslehre, Freiburg) und Prof. Dr. Patrik Feth (KI-Sicherheitsberater, Freiburg) statt.
In ihrem Impulsreferat erläuterte Prof. Dr. Nothelle-Wildfeuer zunächst skizzenhaft den Inhalt der Enzyklika. Papst Leo XIV. betont dabei die Herausforderungen und Möglichkeiten, vor denen er die Menschheit angesichts der beeindruckenden Entwicklungsgeschwindigkeit sieht und die epochemachenden Transformationen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Dabei könne und müsse die Menschheit entscheiden, ob man auf den Turmbau zu Babel hinsteuere oder eher gemeinsam Jerusalem aufbaue. Nothelle-Wildfeuer betonte im Anschluss an den Papst, dass Technik nicht neutral sei, sondern die Züge der Entwickler trage. Prof. Dr. Feth zeigte auf, dass KI-Entwicklung nicht im luftleeren Raum vonstattengehe. Schon heute seien auch KI-Produkte von einem flankierenden Regelwerk umgeben. Er ergänzte jedoch, dass „Gesetze zusehends als etwas Optionales angesehen“ würden. Im Anschluss an die Vorträge wurde lebhaft über verschiedenste Themen wie moderne Waffensysteme sowie die extrem hohe Entwicklungsgeschwindigkeit neuer Systeme diskutiert. Dabei wurde festgestellt, dass Standards oft der Realität hinterherhinken und daher dringend Anpassungen und verbindliche Regelungen sowie deren Durchsetzung erforderlich seien. Beide Gäste zeigten sich dabei zuversichtlich. Feth resümiert: „Die Anzahl derer, die […] an dem Jerusalem mitbauen wollen, ist deutlich größer als die Anzahl derer, die jetzt ihren Turm möglichst schnell und möglichst hoch aufziehen wollen.“
Die Podiumsdiskussion ist hier veröffentlicht:



