„Wie will ich einmal sterben?“

29.09.2026 | Rückblick auf das Bürgerforum und weitere Veranstaltungen im Rahmen des öffentlichen Veranstaltungsprogrammes zum 16. Palliativkongress in Freiburg

Wie möchte ich einmal sterben? Diese persönliche Frage war Ausgangspunkt des Bürgerforums „Wie will ich einmal sterben? Gespräche über das Lebensende“ am 23. September im Historischen Kaufhaus in Freiburg.

In der Veranstaltung, die Teil des öffentlichen Programms zum 16. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin war, kamen persönliche Erfahrungen, Palliativmedizin, Hospizarbeit, Seelsorge und kommunale Perspektiven miteinander ins Gespräch.
Veranstaltet wurde der Abend vom Lehrstuhl für Palliativmedizin des Universitätsklinikums Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Palliative Care Forum der Erzdiözese Freiburg an der Katholischen Akademie Freiburg.
 
Was brauchen Menschen am Lebensende?
„Über das Lebensende zu sprechen, fällt vielen schwer – und doch betrifft es uns alle“, betonte Verena Wetzstein, Leiterin des Palliative Care Forums und Moderatorin des Abends. Im Mittelpunkt standen deshalb nicht nur medizinische Fragen, sondern es ging auch darum, welche Vorstellungen Menschen von ihrer letzten Lebensphase haben, was ihnen wichtig ist und wer für sie entscheiden soll, wenn sie selbst dazu nicht mehr in der Lage sind.
 
Prof. Dr. Gerhild Becker, Ärztliche Direktorin der Klinik für Palliativmedizin am Universitätsklinikum Freiburg, gab Einblicke in Möglichkeiten und Grenzen professioneller Versorgung. Ergänzt wurde diese Perspektive durch Erfahrungen aus der Begleitung Angehöriger sowie aus Seelsorge und Hospizarbeit.
Dabei wurde deutlich: Gute Begleitung am Lebensende bedeutet mehr als medizinische Behandlung. Menschen brauchen Zeit, Orientierung, Nähe und das Gefühl, nicht allein zu sein. Ehrenamtliche, Angehörige und Seelsorgende leisten dabei einen wichtigen Beitrag.
 
Vom guten Sterben zur sorgenden Gemeinschaft
Im weiteren Verlauf weitete sich die Diskussion von der individuellen auf die gesellschaftliche Ebene. Das Publikum wurde mit seinen Fragen und Erfahrungen einbezogen. Themen wie Einsamkeit, Nachbarschaft, ehrenamtliches Engagement und gesellschaftliche Teilhabe wurden ebenso angesprochen wie die bestehenden Versorgungsstrukturen.
„Gutes Sterben ist nicht allein eine medizinische Aufgabe. Es betrifft uns als Gemeinschaft und gelingt am besten im Zusammenspiel“, lautete eine zentrale Botschaft des Abends.
 
Mit Roland Meder, Bürgermeister für Kultur, Integration und Soziales der Stadt Freiburg, Heiner Melching, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, und Anne Simmler, Koordinatorin des Hospiz- und Palliativnetzwerks im Landkreis Emmendingen, kamen anschließend auch Fragen nach Vernetzung und kommunaler Verantwortung zur Sprache.
 
Ein Gespräch, das weitergehen soll
Das Bürgerforum wollte keine fertigen Antworten liefern. Vielmehr ging es darum, einen Dialog anzustoßen: „Heute Abend soll nicht die Frage sein: Haben wir in 90 Minuten alles geschafft?“, sagte Wetzstein zu Beginn. „Sondern eher: Haben wir gemeinsam etwas in Bewegung gebracht, das weitergehen kann?“
Eine sorgende Gemeinschaft beginnt dabei nicht erst im Hospiz oder auf der Palliativstation. Sie entsteht auch in Familien, Nachbarschaften, Vereinen, Gemeinden und überall dort, wo Menschen füreinander da sind.
 
Vielleicht, so die Idee des Abends, beginnt sie auch mit einem Gespräch über eine Frage, die wir häufig vermeiden: Wie will ich einmal sterben? Und vielleicht führt diese Frage unmittelbar zu einer zweiten: Was können wir alle tun, damit Menschen am Lebensende nicht allein bleiben?
 
Resonanz auf die weiteren Veranstaltungen des öffentlichen Veranstaltungsprogrammes
Das vielfältige Begleitprogramm rund um den 16. Palliativkongress, das bereits ab dem 15. September stattfand, ist auf großes Interesse und eine erfreulich hohe Resonanz gestoßen. Zahlreiche Menschen nutzten die unterschiedlichen Angebote, um sich auf persönliche, informative, kreative und auch ungewohnte Weise mit den Themen Leben, Sterben, Abschied und Trauer auseinanderzusetzen.
 
Der Augustinerplatz wurde unter dem Motto „Leben, Sterben und alles dazwischen“ zu einem gut besuchten Ort der Begegnung, des Mitmachens und der Gespräche. Die Letzte-Hilfe-Kurse stießen ebenso auf großes Interesse wie die Führungen durch das Hospiz und über die Palliativstation.
Besonders deutlich wurde die Vielfalt der Zugänge bei den ungewöhnlicheren Formaten: Der Poetry Slam fand mit persönlichen Texten und starken Worten großen Anklang, während das Sargbauseminar eine kreative und praktische Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit und Abschied ermöglichte. „Zur Nacht im Freiburger Münster“ bot schließlich einen stark frequentierten Raum für Musik, Impulse und Besinnung.
 
Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher, die vielen haupt- und ehrenamtlich Engagierten, die offenen Gespräche und die zahlreichen positiven Rückmeldungen haben gezeigt, wie groß das Bedürfnis ist, über Themen zu sprechen, die im Alltag häufig wenig Raum bekommen. Die Veranstaltungen machten deutlich: Wenn Räume für Begegnung und Austausch geschaffen werden, entsteht großes Interesse – und ein lebendiger, zukunftsweisender Dialog über das, was Menschen am Ende des Lebens bewegt.
 
Hier sehen Sie Impressionen einiger Veranstaltungen:
 
Sargbauseminar 16.-18.09.2026
 
Sargbauseminar 16.-18.09.2026
 
Sargbauseminar 16.-18.09.2026
 
Vorstellung Hospiz Karl Josef 22.09.2026
 
Vorstellung Hospiz Karl Josef 22.09.2026
 
... und alles dazwischen 23.09.2026
 
... und alles dazwischen 23.09.2026
 
 
... und alles dazwischen 23.09.2026
 
Bürgerforum 23.09.2026
 
Bürgerforum 23.09.2026
Bürgerforum 23.09.2026
Führung C. Saunders 24.09.2026
Himmelsschaukel 24.09.2026
Eröffnung Ausstellung C. Steinfeld 24.09.2026
Eröffnung Ausstellung C. Steinfeld 24.09.2026
 
Weitere Bilder finden Sie hier:
www.palliativ-freiburg-2026.de/_mediathek/impressionen-der-veranstaltungen/