Trauer, Tod und Leben – Grafiken von Cornelia Steinfeld

Was gibt meinem Leben Sinn? Wie gehe ich mit Verlust um? Und woher schöpfe ich Hoffnung? Mit existenziellen Fragen wie diesen setzt sich die Ausstellung „Trauer, Tod und Leben“ der Künstlerin Cornelia Steinfeld auseinander, die am Donnerstag, 24. September, im c-punkt MÜNSTERFORUM in Freiburg eröffnet wurde.

Zwei Frauen präsentieren farbenfrohe Bilder einer Ausstellung, einige Personen im Publikum sind von hinten zu sehen.
Die Künstlerin Cornelia Steinfeld (links) im Gespräch mit Mareike Hartmann von der Katholischen Akademie.
Die Ausstellungseröffnung war bewusst als offene Vernissage gestaltet: Besucherinnen und Besucher konnten im Laufe des Abends kommen, verweilen und die Ausstellung in ihrem eigenen Tempo entdecken. Zu jeder vollen Stunde nahm sich die Künstlerin gemeinsam mit der Kuratorin, Dr. Mareike Hartmann, Zeit für ein Gespräch. Dabei ging es um die Entstehung der Arbeiten, die zugrunde liegenden Bibelstellen, persönliche Gedanken und die Ideen hinter den Grafiken.
 
Gerade diese persönlichen Einblicke machten die Begegnung mit den Werken besonders lebendig. Sinngemäß beschrieb Cornelia Steinfeld ihre künstlerische Arbeit als Einladung, sich auf ein Bild einzulassen und eigene Fragen darin wiederzufinden. Die Grafiken sind zwar von ihr und ihren eigenen Zugängen geprägt, aber sie wollen keine fertigen Antworten geben, sondern Räume öffnen – für Erinnerungen, Assoziationen, Gedanken und persönliche Resonanz.
 
Links im Bild ein orange-gelbes Bild mit einem strahlenden sonnenähnlichen Kreis in der Mitte, daneben sitzt eine junge Frau und spielt die Harfe.
Doesjka van der Linden begleitete die Vernissage an der Harfe.
Für eine besondere Atmosphäre sorgte Doesjka van der Linden, die die Vernissage mit ihrem Harfenspiel musikalisch begleitete. Die ruhigen, warmen Klänge der Harfe gaben dem Abend eine besondere Stimmung und passten auf wunderbare Weise zu den Themen der Ausstellung: Sie luden zum Innehalten ein und schufen Raum für die Auseinandersetzung mit Trauer, Abschied, Hoffnung und Leben.
 
Auch Dr. Verena Wetzstein, Leiterin des Palliative Care Forums und Studienleiterin der Katholischen Akademie, brachte ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass die Ausstellung im Rahmen des Öffentlichen Programms rund um den Palliativkongress in Freiburg ihren Platz gefunden hat. Gerade die Verbindung von Kunst, Spiritualität und den existenziellen Fragen am Lebensende mache die Ausstellung zu einem wertvollen Beitrag zu diesem Themenfeld.
 
In ihren Arbeiten nimmt Cornelia Steinfeld ausgewählte Bibelstellen in den Blick, die ganz konkrete oder auch abstraktere Begriffe – Titel wie „Stärke“, „Verzweiflung“ oder „Erlösung“ – näher ausführen. Mit einer klaren, auf das Wesentliche reduzierten Farben- und Formensprache schafft sie Werke von großer Prägnanz, die zugleich offen für unterschiedliche Deutungen bleiben. Die Bilder erzählen nicht einfach eine Geschichte – sie lassen Raum für eigene Gedanken und Erfahrungen.
 
So wurde die Vernissage selbst zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs, aber auch zu einem Moment des Innehaltens. Die Besucherinnen und Besucher konnten die Werke betrachten, den Gesprächen folgen, der Musik lauschen oder einfach in der Ausstellung verweilen.
 
Bei aller Auseinandersetzung mit Tod und Verlust richtet die Ausstellung den Blick immer wieder auf das Leben und auf die Hoffnung. Sie lädt dazu ein, auch in schweren Erfahrungen nach dem zu suchen, was trägt – und das Licht wahrzunehmen, das inmitten der Dunkelheit aufscheinen kann.
 
Eine Ausstellung auf Reisen
Die Ausstellung „Trauer, Tod und Leben“ soll nach ihrer Präsentation im c-punkt MÜNSTERFORUM zu einer Wanderausstellung werden. Ab Frühjahr 2027 kann sie über das Palliative Care Forum / die Katholische Akademie Freiburg ausgeliehen und an weiteren Orten innerhalb der Erzdiözese Freiburg gezeigt werden. So können die Arbeiten von Cornelia Steinfeld auch andernorts dazu einladen, sich mit den großen Fragen von Trauer, Tod und Leben auseinanderzusetzen.
Weitere Informationen zur Ausleihe und zu den Möglichkeiten, die Ausstellung zu zeigen, folgen.
 
Die Ausstellung ist noch bis zum 21. November 2026 im c-punkt MÜNSTERFORUM zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10–18 Uhr, Samstag 10–16 Uhr