Nach einem Jahr im Amt legt Papst Leo XIV. unter dem Titel „Magnifica humanitas“ seine erste Enzyklika vor. Er widmet sich darin den Herausforderungen und Möglichkeiten, vor denen er die Menschheit angesichts der beeindruckenden Entwicklungsgeschwindigkeit und der epochemachenden Transformationen im Bereich der Künstlichen Intelligenz sieht. Besonders würdigt der Papst das Leistungsvermögen der Menschheit bei der technischen Entwicklung, verweist aber darauf, dass gerade hier eine besondere ethische und geistige Verantwortung zum Tragen kommt. Entwicklung und Einsatz von KI seien niemals eine rein technische Angelegenheit. KI sei „ein wertvolles Hilfsmittel, das Vorsicht erfordert“. Der digitale Wandel fordere dazu auf, die Wahrheit, die Würde der Arbeit und die Freiheit zu schützen. Auf dem Gebiet der Kriegsführung müssten die Entwicklung und der Einsatz von KI strengsten ethischen Auflagen unterliegen. Insgesamt fordert der Papst angemessene rechtliche Rahmenbedingungen, unabhängige Aufsicht, Aufklärung der Nutzenden und eine entsprechende Politik.
Die Vorstellung der Enzyklika rief weltweit ein enormes Medienecho hervor. Doch welche Chancen bestehen, dass das Papstwort auch eine politische und gesellschaftliche Wirkung entfaltet? Und wie könnte das geschehen?
Mitwirkende: Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer (Christliche Gesellschaftslehre, Freiburg)
Prof. Dr. Patrik Feth (KI-Sicherheitsberater, Freiburg)
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